Station 1: Reglerkirche

Eine Reise durch die Welt der jüdischen Musik

Musiker spielen in einer Kirche
Foto: The String Company in der Reglerkirche Foto: © B. Kabitzsch

Gerade in unserer heutigen, sich oft so ‘cool‘ darstellenden Welt überrascht Klezmer durch sein unbedingtes Bekenntnis zur Emotionalität: Weinen, Lachen, Seufzen und eine unbändige, mitreißende Fröhlichkeit. Alles dies nacheinander - manchmal alles auch gleichzeitig. Wer Lust hat, mitzumachen, zu klatschen, zu singen, zu tanzen, sei herzlich eingeladen!

Auch diesmal werden wieder zahlreiche Solisten und Klezmer-Ensembles erwartet. Dabei sind expressiver Liedgesang mit einer reizvollen Stilmischung von bairischen und klezmerischen Elementen unter dem Motto „Lang lebe der koschere Gebirgsjodler", Erstaufführungen von Eigenkompositionen, Swingtitel und experimentelle Improvisationen, die nur einmalig erklingen werden.

Vorprogramm für Kinder

16:00 Uhr im Gemeindesaal der Reglergemeinde

„As der Rebbe singt“ – Wenn der Rabbi singt

Jiddische Lieder für die ganze Familie mit dem Misrach-Quartett

Was geschieht am Freitagabend in einer jüdischen Familie? In der Synagoge singt der Rabbi und alle singen mit. Wer hat schon vom Neujahrsfest der Bäume gehört, und was ist ein Labhüttenfest? Und wenn der Rabbi in der Synagoge singt, singen alle mit. Auf unterhaltsame Weise wird das Misrach-Quartett jüdisches Leben in Liedern vorstellen. Es spielen mit: Regina Herrlich – Gesang / Percussion, Lev Guzman – Bratsche, Boris Langenbach – Klarinette / Sopransaxofon und Lutz Balzer – Gitarre / Gesang.

5. Lange Nacht des Klezmer

Ab 19:30 in der Reglerkirche
Moderation: Ricklef Münnich

Sveta Kundish

Frau mit Buch in der Hand
Foto: Sveta Kundish Foto: © Ksenia Muskat

Wir freuen uns in diesem Jahr auf eine ganz besondere Sängerin, die schon jetzt zu den Bedeutenden Musikern in der jiddischen Musik-Szene gehört.
Svetlana Kundish wurde 1982 in der Ukraine geboren, wo sie seit ihrem siebten Lebensjahr eine musikalische Ausbildung erhielt. Zusammen mit ihrer Familie übersiedelte sie 1995 nach Israel und studierte in Tel Aviv Gesang und Klavier an der „Ironi Arts High School“.
Ihre wichtigste Gesangspädagogin wurde später Prof. Ella Akritova. Ab 2001 studierte sie jiddische Musik in der Meisterklasse von Nehama Lifshitz, von 2003 – 2007 folgte ein Musikwissenschaftsstudium an der Universität Tel Aviv.

Svetlana Kundish widmete sich einer regen Konzerttätigkeit in Israel und im Ausland mit klassischem und jüdischem Repertoire, ehe sie sich entschloss, ihre Gesangsausbildung im Österreich am Prayner Konservatorium bei Prof. Yuri Kokozey fortzusetzen (2007 – 2011).

Sie gewann den 1. Preis im Gesangswettbewerb „Goldene Chanukkia“ (Berlin, 2008). Neben ihrer regen Konzerttätigkeit ist sie als Gastdozentin und „Artist-in-Residence“ bei Meisterklassen und Festivals für jiddische Musik gefragt (u.a. Yiddish Summer Weimar, Klez Kanada). Ihr Hauptinteresse gilt Projekten, die sich mit jiddischer Musik in ihrer ganzen Vielfalt beschäftigen. So war sie war Solistin des Wiener Jüdischen Chors (Leitung: Roman Grinberg), und derzeit ist sie als Sängerin u.a. zu erleben bei „The Voice of Ashkenaz“,  „Kol Ishe“, „European World Music Ensemble“, „Diwan der Kontinente“ usw.
Derzeit absolviert sie ein Kantorenstudium am Abraham Geiger Kolleg (Berlin) und ist als Kantorin Praktikantin an der Jüdischen Gemeinde Braunschweig tätig.

The String Company

Musiker spielen in einer Kirche
Foto: The String Company Foto: © B. Kabitzsch

Die Herren der Erfurter Band (Reinhard Schwalbe - Violine, Lev Guzman - Viola, Frank Truckenbrodt - Gitarre und Friedemann Seifert – Kontrabass) präsentieren ihr Repertoire aus Swing, Celtic & Klezmer in eigenen Arrangements. Besonders ihre Klezmer-Interpretationen, Kompositionen und Improvisationen lassen jede Melodie zu einer persönlichen Botschaft werden: Farben und Töne verschiedener Zeiten und Regionen fließen in einen mitreißend swingenden Sound - mal wild-zigeunerisch, mal cool, mal harmonietrunken ...

Seit 2014 ist Marion Minkus mit der Band verbunden, die nach ihren Berliner und Leipziger Funk- & Soul-Jahren nun in Erfurt den Nordic Swing und die Klezmer-Musik für sich neu entdeckt.

Was ich zu hören bekam, hat mich begeistert. Eine Violine, eine Viola und eine Gitarre verschmolzen harmonisch miteinander und entführten den Zuhörer in eine wunderbare Klangwelt, in die Welt des Klezmer. … und die Erfurter Musiker (...) brachten all diese Gefühle mit ihrem Spiel herüber. Sie hatten es an diesem Sonntagnachmittag wirklich geschafft, mich mit ihrer Musik zu verzaubern…

Thüringer Allgemeine / Silke Docter / 2012

Luba Claus musiziert mit Toralf Friesecke am Akkordeon

Frau mit Blume in der Hand
Foto: Luba Claus Foto: © privat

Die Sängerin Luba Claus und Toralf Friesecke am Akkordeon laden ein, die alten und neueren musikalischen Weisen aus dem reichen Erbe des jiddischen Liedes mit ihnen zu teilen. Die Hallenser Sängerin Luba Claus umschmeichelt Sie dabei mit ihrem unverwechselbaren Stimmtimbre und anrührenden Charme.

Luba Claus ist in St.-Petersburg (Russland) geboren und lebt seit ihrem 11. Lebensjahr in Deutschland. Als Solistin der Gruppe "Cholem" (2002-2006) unter der Leitung von Evguenia Tscherkes entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Jiddische Lied. Es folgte ein Gesangsstudium am Institut für Musik in Halle, welches Luba 2015 mit dem Mastertitel abschloss. Wichtig für ihr künstlerisches Schaffen war die Teilnahme beim Festival Yiddish Summer Weimar. Luba Claus lebt als freischaffende Sängerin, Gesangspädagogin und Schauspielerin in Halle.

Canticas de Sefarad

Vier Musiker stehen mit Instrumenten vor einer Hauswand
Foto: Misrach aus Erfurt Foto: © Privat

Lieder der spanischen Juden mit: Regina Herrlich – Gesang, Lutz Balzer – Gitarre / Gesang, Maria-Barbara Müller – Querflöte, Klaus Hagedorn – Percussion. 

Im 15. Jahrhundert wurden die Juden von der Iberischen Halbinsel vertrieben. Sie siedelten sich dann vor allem in den Ländern um das Mittelmeer, sowie auf dem Balkan an. So wie sich ihr Spanisch, das sie weiterhin sprachen, veränderte, so vermischten sich auch die Melodien mit denen der Gastländer.

Das Ensemble Canticas de Sefarad hat Fest- und Feiertagslieder der westeuropäischen Juden, der Sefardim, für die Lange Nacht des Klezmer ausgewählt - obwohl man sie im strengen Sinne nicht der Tradition osteuropäischer Klezmer-Musik zuordnen kann …

Initiator und Leiter des Misrach-Ensembles ist der Tontechniker Lutz Balzer. Seit etwa 11 Jahren gestaltet er beim Erfurter Radio Funkwerk die Sendung „Radio Schalom, das Magazin für jüdische Kultur in Thüringen und der Welt“. Für sein journalistisches Wirken wurde er in den Jahren 2008 und 2009 mit dem Länderpreis Thüringen geehrt.

Das Weimarer Duo – Esperanza Ehrle

Frau mit Harfe
Foto: Esperanza Ehrle vom Weimar Duo Foto: © privat

Esperanza Ehrle – Harfe und lernen und studieren schon mehr als fünf Jahre am Musikgymnasium Schloss Belvedere. Die Nachwuchsmusiker aus der "Generation Internet" wischen nicht nur mit den Zeigefingern - sie gebrauchen beide Hände - und wie! Da große Portionen an Fleiß und Talent hinzukommen, wurden beide bereits Preisträger in renommierten Musikwettbewerben. Beide haben in den vergangenen Jahren an verschiedenen Workshops des „other music e.V.“ in Weimar teilgenommen. Hier begegneten sie im Rahmen des „Yiddish Summer“ Klezmer-Musikern aus der ganzen Welt, und hier sammelten sie auch viele Erfahrungen mit jiddischer Musik.

Im Zusammenspiel von Harfe und Gitarre kreieren sie eine vollkommen eigene, faszinierende musikalische Stimmung.

Musik unter Torbögen

5 auf dem Boden liegende Musiker
Foto: Musik unter Torbögen Foto: © privat

Musik unter Torbögen das ist gut gelaunte Straßenmusik aus Erfurt/Leipzig/Halle und aller Welt mit Gesang, Akkordeon, Klarinette, Flöte, Cello, Gitarre und Percussion.

Wir haben fröhliche und konsumkritische folkloristische Lieder (überwiegend aus Osteuropa, oft mit deutschen Texten), die zum Mitsingen, Mittanzen und Nachdenken einladen und den Geist einer möglichen Postwachstumsgesellschaft in sich tragen: selbstgemacht, genügsam, gut gelaunt, miteinander geteilt.

Das Erfurter Klezmerorchester

Dirigent und Musiker
Foto: Klezmer-Orchester Foto: © Michel Weiße

Bereits 2015 würdigten über 500 Gäste Erfurter Klezmerorchester im Rahmen der „Langen Nacht des Klezmer“ für sein Zusammenspiel aus Musik und Licht mit Standingovation. Auch in diesem Jahr gestalten über 50 Musiker aus der Region Erfurt sowie Gäste aus ganz Deutschland unter Leitung von Johannes Paul Gräßer einen einzigartigen Klangkörper, der traditionelle Klezmermusik in einer orchestralen Fassung auf die Bühne brachte. Das Ensemble verbindet Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und musikalischer Biografien miteinander.

Informationen

Tickets und Preise

Tickets zum Preis von 12,00 Euro und ermäßigt 8,00 Euro in der Touristinformation Erfurt und ab 18:30 Uhr an der Abendkasse in der Reglerkirche.

Veranstalter:

AG Kirche und Judentum in Thüringen und The String Company Erfurt

Einlass ist ab 18:30 Uhr. Beginn um 19:30. Ende gegen 24:00 Uhr. Sie haben freie Platzwahl. Es besteht keine Sitzplatz-Garantie. Umtausch und Rückerstattung von Tickets ist ausgeschlossen. Programmänderungen sind möglich. Von Ton- und Videoaufnahmen jeder Art bitten wir abzusehen. 

Veranstaltungsort

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Bahnhofstraße 7
99084 Erfurt

Bahnhofstraße 7, 99084 Erfurt